Ungarische Glossen - also nein, diese Ungarn!

Siegfried Brachfeld / Sándor Novobáczky
Glossen zweier ungarischer Journalisten aus
"Budapester Rundschau" seit 1971


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Also nein, diese Ungarn,

sind Lesekostproben zum begreifenden Kennenlernen der ungarischen Mentalität, die immer dann von der deutschen divergiert, wenn es der Betroffene für nicht denkbar hält. Die beiden hervorragenden ungarischen Glossisten Siegfried Brachfeld und Sándor Novobáczky wurden zu Beginn der siebziger Jahre in der deutschsprachigen Wochenzeitschrift "Budapester Rundschau" publiziert.
Ihr selbstkritisches - und mit einer bewundernswerten Selbstironie konkurrenzloses Spiegelbild ungarischer Denk- und Handelsweise - ist unübertroffen. Selbst Jahre nach der "Wende" haben die Glossen der beiden nichts von ihrer Treffsicherheit verloren. Danke an dieser Stelle den Akteuren des Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, die im Jahre 1974 die spritzigen humorvollen Geschichten in einem Taschenbuch für 1,85 M (Ost) zusammengefasst hatten. Ihnen verdanken heutige Ungarnreisende Erkenntnisse, die trotz zunehmender Informationsflut leider so nicht mehr vorzufinden sind.

Bedauerlicherweise ist die Papierqualität der ehemaligen mitteldeutschen Druckerei aus Dresden so mitleiderregend, daß sich die Broschüre nach mehr als 25 Jahren im fortgeschrittenen Stadium der Selbstauflösung befindet. Der Aufbau-Verlag schrieb in seinem Vorwort, daß "die beiden Kämpen auf dem Feld des Humors Woche für Woche im Wechsel kleine spritzige Geschichten verzapften, die so manchem 'Rundschau'- Leser zur Erbauung und Besinnung dienten". Die zahllosen Zuschriften belegten es. "Im heiteren Plauderton lassen sich die Autoren über Lebensform, Denkweise, Mentalität, über magyarische Tradition und Charaktere aus. Da wird Menschlich-allzu-Menschliches elegant aufgespießt, da werden Land und Leute von gestern und heute kritisch unter die Lupe und spezifisch ungarische Eigenheiten auf die Schippe genommen sowie (Un)Sitten und (Miß)Bräuche bloßgelegt. Sie machen auch nicht halt vor der karikierenden Selbstdarstellung der 'feurigen' Ungarn, vor seiner grenzenlosen Neugier, seiner Streitlust oder Trinkgeldsucht ....

Es wirkt geradezu herzerfrischend, wie da zwei vom Leder ziehen und unbekümmert draufloshauen, wo es doch der eigene Buckel ist. Keinesfalls fallen die Hiebe aber so derb aus, daß man hinter aller polemischen Haltung nicht ein schelmisches Schmunzeln erkennen könnte, eine gehörige Portion Selbstbewußtsein und Stolz, die sich zum Witz und zum Scharm des Ungarn gesellen, dieser so liebenswerten Seite seines Wesens".

Anmerkung:
Wir haben mit freundlicher Zustimmung des Verlages Pester Lloyd in Budapest die Möglichkeit erhalten, fünf der Kurzgeschichten auf unseren Seiten zu veröffentlichen. Weil wir den Text aber bereits auf der Website

http://www.ungarntipps.de/was-darf-es-sein.shtml

veröffentlich hatten und die Google-Suchmaschine das Textduplikat zu Lasten unserer Seitenbewertung bewertete hätte, bitten wir Sie, die wirklich humorvollen Glossen dort zu lesen.

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